Es ist oft einfacher und effektiver, den Prozess der Wahrnehmung zu verändern, als die Realität selbst

Hier geht es im Wesentlichen um die alte Weisheit „Love it, change it, or leave it“…

Wenn ich in der realen Welt etwas erlebe, das ich nicht besonders mag, dann habe ich üblicherweise nur diese drei Wahlmöglichkeiten und nicht mehr. Nimm als Beispiel mal einen Stau…
Stell Dir vor, Du stehst auf der Autobahn und es geht weder vorwärts noch rückwärts. Du hast es eilig, Du wolltest schon längst zu Hause sein. Ihr habt Tickets für eine Veranstaltung, auf die Du Dich schon so lange gefreut hast. Aber so, wie es aussieht, wird daraus wohl nichts werden… grrrrr…

Nun, Du kannst Dich jetzt natürlich aufregen und nacheinander allen möglichen Anderen die Schuld geben, Dich eingeschlossen… „Wärst Du blöder Idiot doch vorher abgebogen, vor dem Stau… Mann! Wie kann man nur so bescheuert sein… Du hättest nicht auf das Navi hören sollen!“… oder „Das war ja wieder klar! Warum muss auch jedesmal ICH auf diese bescheuerten Dienstreisen? Soll doch jemand anders die Sch…arbeit machen, jetzt mal ehrlich…“. Und so kann es dann stundenlang weitergehen…

Aber hilft Dir das in irgendeiner Weise?

Lass uns stattdessen mal die drei Möglichkeiten durchgehen:

1. Kannst Du es ändern?
Nein, kannst Du nicht. Du kannst weder die anderen Autos zur Seite schieben noch irgendwie sonst an der Blechlawine vorbei. Seitlich vorbei geht nicht, drüber fliegen geht auch (noch) nicht. Also können wir diese Option abhaken….

2. Kannst Du dem Stau entkommen?
Nein, kannst Du nicht. OK, Du könntest Dein Auto einfach stehen lassen und zu Fuß weitergehen, aber irgendwo in Deinem Hinterkopf weißt Du, dass das sehr unangenehme Folgen haben wird, monetärer und juristischer Art und Weise. Also ist das hier auch keine Option…

3. Dann bleibt nur noch eins übrig… Love it!
Nun, es muss ja nicht gleich Liebe sein, aber es geht auf jeden Fall in die richtige Richtung. Selbst die Tatsache, dass Du Karten für die tolle Show hast und dass Du, wenn Du früher abgebogen wärst, jetzt hier nicht stehen würdest, machen die Sache doch jetzt nicht besser, oder? Du wirst eben hier stehen, bis das Universum Dich weiterfahren lässt, da beißt die Maus keinen Faden ab… Wenn Du diese Tatsache akzeptiert hast, dann ist es doch wesentlich angenehmer, eine gute Zeit zu haben – im Rahmen der Möglichkeiten – als Dich von Ärger und Wut zerfressen zu lassen. Ist das nicht der ideale Zeitpunkt für ein schönes Hörbuch? Oder Du rufst einen alten Freund an?

Ein anderes beliebtes Thema ist das Schnarchen. Ich höre immer wieder Dinge wie „Wenn er nachts schnarcht, kann ich nicht schlafen!“
Nun, wie stehen die Chancen, dem anderen das Schnarchen abzugewöhnen?
Es ist schon spannend, dass es da eine ganze Batterie von mehr oder weniger fragwürdigen Hilfsmitteln auf dem Markt gibt, die darauf abzielen, bei dem Anderen das Schnarchen abzustellen. Aber kaum jemand denkt darüber nach, die negative Reaktion auf das Schnarchen abzustellen. Außer natürlich NLP…

Wer sagt denn nochmal, dass es nicht möglich ist, neben einem Schnarcher zu schlafen?
Was in „Wenn er nachts schnarcht, kann ich nicht schlafen!“ steckt, ist letztendlich nur die Aussage, dass diejenige Person (noch) keine Lösung gefunden hat, neben einem Schnarcher friedlich zu schlafen. Wenn sie wüsste wie man neben einem Schnarcher schläft, würde sie doch so etwas nicht sagen…

Und daher sagen wir im Modell des NLP, dass es hier deutlich einfacher ist, die Reaktion auf meine auditiven Wahrnehmungen zu verändern, als die Quelle des Geräuschs. Meine Wahrnehmungen und die emotionale Reaktion darauf finden nämlich zu 100% in meinem eigenen Kopf statt und darüber habe ich die Kontrolle, nicht über den Schnarcher. Ich könnte es zum Beispiel ja auch von dieser Seite sehen: Solange ich das Schnarchen meines Partners höre, weiß ich zumindest, dass er oder sie noch atmet und somit am Leben ist… ist das nicht beruhigend?